Gegen den kommerziellen Walfang![]() Wale - Urgesteine unserer OzeaneWale leben schon seit 40 Millionen Jahren in unseren Meeren. Seit 7.000 Jahren werden sie vom Menschen bejagt. Egal ob Lampenöl, Schuhcreme oder Kriegsmunition aus Waltran oder Kerzen, Kosmetika oder Parfum aus Wal-Darmbestandteilen: Viele der 80 Walarten wurden in der Vergangenheit so intensiv verfolgt, dass die Bestände bereits in den 1930er Jahren als gefährdet galten. Allein in den Jahren 1930 und 1931 wurden mehr Blauwale getötet, als heute insgesamt in allen Ozeanen leben: nämlich 30.000. Heute wird der Walfang nur noch von wenigen Ländern betrieben und ist international höchst umstritten. Nicht zuletzt wegen der Methoden: Die Meeressäuger werden mit Explosiv-Harpunen getötet, die im Körper das Wales explodieren und das Tier von innen zerreißen. Jeder zweite Wal stirbt nicht sofort, sondern quält sich lange Zeit in seinem Todeskampf. Eine Tortur für die Riesen mit dem hochentwickelten Nervensystem. Bedrohte MeeressäugerFangverbot und wie man es aushebeln kannIm Jahr 1986 wurde ein internationales Moratorium unterzeichnet, das die kommerzielle Jagd auf Wale verbietet. Das gilt, obwohl mehrfach daran gerüttelt wurde, bis zum heutigen Tag. Doch Moratorium heißt übersetzt nur „freiwilliges Übereinkommen“. So ist es zu erklären, dass das Fangverbot in der Praxis von einigen Staaten, nämlich Japan, Island, Norwegen und den Faröern, mit unterschiedlichen Methoden unterlaufen wird. Die Rolle der Internationalen Walfangkommission IWCDie Kommission wurde 1946 in Washington gegründet, um den Walfang weltweit zu regeln. Inzwischen gehören ihr 88 Länder an, deren Vertreter sich einmal jährlich treffen. In den 80er Jahren hat sich die IWC von einer Walfangkommission zu einer Walschutzkommission gewandelt. Doch in den Augen vieler erfüllt sie ihre Aufgabe zum Schutz der Meeressäuger nicht ausreichend. Immer wieder versuchen Walfangnationen wie Island, Norwegen oder Japan, das kommerzielle Walfangverbot zu kippen. Bisher ohne Erfolg. Doch obwohl die Jagd auf Wale seit 1986 verboten ist, fühlen sich einige Nationen nicht daran gebunden und suchen ständig nach Schlupflöchern. Japan zum Beispiel möchte eine Walfang-Erlaubnis in Küstenregionen erwirken und begründet das mit der schwachen Konjunktur der ehemaligen Walfang-Gemeinden. Oder die Walfang-Nationen fordern, eine neue Kategorie einzuführen: den traditionellen Walfang, der dann, so die Begründung, nicht mehr kommerziell sei. So stehen sich Jahr für Jahr Walschützer und Waljäger unerbittlich gegenüber. Bisher wurde das kommerzielle Walfangverbot nicht gekippt, was Walschützer als Sieg verbuchen. Doch keiner von ihnen weiß, wie lange es noch anhält. Weitere Informationen:Jahrestagung der IWC 2012 in Panama |
