| Dienstag, den 17. April 2012 um 08:28 Uhr |
![]() Naturschutzorganisationen bekommen Rückendeckung durch Justiz und internationale Wissenschaftler![]() Seit dem vergangenem Jahr engagiert sich der SAVE Wildlife Conservation Fund gegen die von der US- Firma Herakles geplante gigantische Palmöl Plantage in Südwest Kamerun. Über 70.000 Hektar eines höchst artenreichen und somit auch empfindlichen Regenwaldes sollen hier einer gigantischen Ölpalmen-Plantage weichen. Es gab zahlreiche Widerstände gegen die Zerstörung dieses Hotspots der Biodiversität, sowohl von mehreren Naturschutzorganisationen als auch seitens der lokalen Bevölkerung. Von den zahlreichen internationalen Protesten, u.a. einer weltweiter Protestpetition, zeigte sich die ausführende Firma Herakles unbeeindruckt und setzte die Rodungsarbeiten fort. SAVE liegen Luftbildaufnahmen einer Kahlschlag-Fläche vor, auf der Herakles in den vergangenen Monaten bereits etwa 28 Hektar Regenwald gerodet hatte. ![]() Nun bekommen Naturschützer und die kamerunische Bevölkerung Rückendeckung aus höchsten wissenschaftlichen internationalen Fachkreisen für ihr Anliegen: Elf Experten klagen das US-Unternehmen in einem offenen Brief an, in dem sie die Umweltverträglichkeitsstudie in Frage stellen, auf deren Basis das Projekt überhaupt erst ermöglicht wurde. Unter ihnen zum Beispiel der Göttinger Universitäts-Ökologe und langjähriger Kamerun-Kenner Dr. Matthias Waltert: "Die Daten sehen aus, als ob die Gutachter nur entlang von Straßen und ausgetretenen Pfaden nach Tieren Ausschau gehalten hätten. Die Arten, auf die es ankommt, sind selten und scheu. Es ist ein Wunder, dass sie überhaupt in der kurzen Feldstudie und zur Regenzeit ein paar bedrohte Tiere gesehen haben." ![]() Aus diesem Grund hat auch der SAVE Wildlife Conservation Fund nun gemeinsam mit anderen NGOs eine offizielle Beschwerde beim RSPO eingelegt. Dazu der SAVE-Vorstand Lars Gorschlüter: „Es kann nicht sein, dass Herakles nun seine Plantage im Sinne des RSPO zertifiziert bekommt, wo sie doch mehrere der vom RSPO verlangten Richtlinien und Kriterien verletzen. Wir kritisieren ihre fehlende Transparenz gegenüber der lokalen Bevölkerung und die Zerstörung eines sogenannten „High-Conservation-Value“-Gebietes, d.h. eines aufgrund seines Artenreichtums hochgradig schützenswerten Regenwaldes. Außerdem gilt es als Verstoß gegen die RSPO- Richtlinien, schon vor Einreichung bzw. Bestätigung seitens der Regierung mit Rodungsarbeiten zu beginnen.“ Umfassende Infos zum Thema, frühere und aktuelle Entwicklungen. |
Wachsender weltweiter Protest gegen die Zerstörung einzigartiges Naturerbe in Kamerun



