Willkommen im Team!
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Freitag, den 19. April 2013 um 07:36 Uhr |
 © Svenja Wahl
Die neue Bundesfreiwillige bei SAVE ist Svenja Wahl
„Ich glaube, dass wir Menschen Seite an Seite mit den Tieren leben sollten. Wir sollten sie weder vertreiben, noch bekämpfen. Denn sie sind für die Erde genauso wichtig wie wir Menschen.“
So beschreibt Svenja Wahl ihre Hauptmotivation, sich bei SAVE für den Natur- und Artenschutz einzusetzen. Ein halbes Jahr lang wird 20jährige, die ihr Abitur in der Tasche hat und bald studieren möchte, unser Team unterstützen:
 © Svenja Wahl
„Es gibt Projekte die ich besonders gut finde, wie zum Beispiel das Kinderprojekt in Botswana, weil hierbei Tierschutz mit Hilfe für Kinder kombiniert wird“, erzählt Svenja. „Das Wolfsprojekt ist auch toll, weil ich diese Tiere beeindruckend finde, sie gehören zu meinen Lieblingstieren. Ansonsten interessiert mich das Uhu-Projekt, weil ich in Kanada sehr viel mit Eulen, Uhus und generell Greifvögeln gearbeitet habe.“
In Kanada hat die Bundesfreiwillige bereits in einer Wildtier-Auffang- station und in einem Reptilien-Center im Rahmen eines sechsmonatigen Work&Travel-Aufenthalts gearbeitet. Auch dort war, genau wie bei SAVE, die Aufklärungsarbeit ganz wichtig: „Oft kamen Menschen zu uns, denen wir erklärt haben, wie man die Tiere schützen kann oder wie sie ihre Gärten „wildtiersicher“ machen können.“ Vom Reptiliencenter aus haben wir Schulen besucht, um die Kinder über Reptilien zu informieren.
Bei SAVE macht die 20jährige mehr oder weniger alles, was ansteht. Und das kann auch jeden Tag etwas anderes sein:
 © SAVE
„Ich habe ich einen Community-Flyer designt, der in den Regenwald- dörfern in Kamerun verteilt werden soll. Für die Kampagne „Stoppt Herakles“ habe ich eine Langfassung entworfen. Ansonsten übersetze ich Texte – in meiner Zeit in Kanada konnte ich meine Englisch- kenntnisse vertiefen – ich mache Text-Korrekturen, Recherchen und helfe bei der allgemeinen Kampagnenarbeit.
Besonders wichtig finde ich unsere Arbeit gegen Palmölplantagen in Kamerun. Dort werden Regenwälder abgeholzt, Tiere aus ihren Lebensräumen vertrieben und getötet, sogar die Bauern in den kleinen Dörfern werden gezwungen umzusiedeln. Das heißt: Allein durch die geplanten Palmölplantagen werden Umwelt, Tiere und sogar die Menschen bedroht. Deswegen ist es besonders wichtig, dies in Zukunft zu unterbinden.“
Auf die Idee mit dem Bundesfreiwilligendienst kam sie, weil einige ihrer Freunde sich auch auf diesem Weg engagieren. Außerdem möchte sie in dem halben Jahr bis zum Beginn ihres Studiums arbeiten. „Ich möchte auf jeden Fall im Oktober anfangen zu studieren, allerdings bin ich mir noch nicht vollkommen sicher in welche Richtung es letztendlich gehen wird. Ich nutze die Zeit bei SAVE, um Erfahrungen in verschiedenen Gebieten zu sammeln und dadurch vielleicht auch mehr Klarheit zu bekommen.“ |
Unterwegs mit den Wolfsforschern
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Dienstag, den 16. April 2013 um 11:59 Uhr |
Zwischenbericht von Prof. Roman Gula und Arthur Milanowski zum SAVE-Wolfsprojekt in Polen
In vielen Teilen Europas galt der Wolf lange Zeit als ausgerottet. Doch in einigen entlegenen Gebieten Polens konnten einige Rudel überleben. Sie sind für die gesamteuropäische Wolfspopulation so bedeutend, dass SAVE unter der Leitung von Prof. Roman Gula ein besonderes Schutzprojekt für diese Wölfe initiiert hat.
Das Forschungsgebiet des Wolfsexperten sind die Wälder von Heiligkreuz im Südosten des Landes, in dem aktuell fünf bis acht Wolfsfamilien leben.
In ihrem ersten Zwischenbericht berichten Prof. Gula und Arthur Milanowski von Ihrer Forschungsarbeit auf den Spuren der Wölfe. Da diese Tiere sehr zurückgezogen leben, gelingen echte Sichtungen nur äußerst selten und sind immer ein ganz besonderes Ereignis.
So besteht ein Hauptteil der Forschungsarbeit im Sammeln von „Indizien“ wie Kot- und Urinspuren, Kratzmarkierungen, Fährten im Schnee oder Wolfsgeheul. Wo immer es geht, sichert der Wolfsforscher DNA-Material, das er auswertet um Erkenntnisse über die Tiere im Forschungsgebiet zu gewinnen.
Schon nach wenigen Monaten Forschung schickte uns Prof. Gula eine hoch erfreuliche Nachricht: Ein Rudel von bis zu fünf Wölfen hält sich in einem neu besiedelten Teilgebiet auf, und unter den Tieren ist mindestens ein empfängnisbereites Weibchen. Das bedeutet, dass bald eine große Hoffnung auf Nachwuchs besteht!
Zum vollständigen Zwischenbericht:
Wölfe Überwachung in der Holy Cross Mountains Region – Zwischenbericht |
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Täglich werden immer noch 500.000 Haie getötet
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Dienstag, den 09. April 2013 um 14:03 Uhr |
Allmähliches Umdenken beim weltweiten Hai-Schutz
„Der Entschluss der CITES-Konferenz, künftig den Handel von fünf stark gefährdeten Hai-Arten einzuschränken, ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Dr. Maike Förster, Biologin und wissenschaftliche Beraterin des SAVE Wildlife Conservation Fund. „Wissenschaftliche Untersuchungen und DNA-Analysen zeigten in der Vergangenheit immer wieder, dass oft auch geschützte Arten auf dem Teller bzw. in der Suppe landen. Deshalb kann nur ein absoluter Boykott helfen.“
Haie werden immer noch als aus der Tiefe lauernde Gefahr angesehen. Wie gefährlich Haie für den Menschen jedoch wirklich sind, zeigt eine prägnante Zahl: Laut einer Studie der Universität Florida streben weltweit etwa 10 – 12 Menschen durch Hai-Attacken, von denen es nach Schätzungen jährlich 70-80 gibt.
Umgekehrt tötet der Mensch sechs Haie pro Sekunde. Weltweit sind es 500.000 pro Tag.
Durch die starke Bejagung und den sinnlosen Tod als Beifang sind die Haipopulationen stark eingebrochen und in manchen Regionen sogar um 90% zurückgegangen.
Haie leben seit 400 Millionen Jahren in den Weltmeeren. Obwohl nicht mal jede zehnte Hai-Art überhaupt den Menschen angreift, haftet diesen Tieren nach wie vor das „Menschenfresser-Image“ an. Dadurch rückt die Schlüsselrolle des „Top-Räubers“ nur allzu oft in den Hintergrund. Wo der Hai verschwindet, kommt es zu einem ökologischen Kollaps im Meer. Haie sind für das Überleben vieler weiterer Arten von großer Bedeutung.
Laut Weltnaturschutzorganisation IUCN gelten 25 Hai-Arten als kritisch gefährdet, 37 Arten als gefährdet und 115 als vom Aussterben bedroht. Ihre Fortpflanzungs-Strategie wird den Haien durch die Überfischung und den gezielten Fang nun zum Verhängnis: Die Weibchen vieler der rund 500 verschiedenen Hai-Arten werden erst mit 10-20 Jahren geschlechtsreif und haben meist nur alle zwei bis drei Jahre Nachkommen. Somit können sich die Hai-Bestände nicht schnell genug erholen.
Haie sterben langsam aus, weil ihr Fleisch und ihre Flossen millionenfach zu vermeintlichen Delikatessen verarbeitet werden. Laut der Welternährungsorganisation FAO werden jährlich weltweit über 700.000 Tonnen Haie, Rochen und Chimären durch die Fischerei angelandet. Jedoch ist die Dunkelziffer wahrscheinlich ungleich höher.
Die Nachfrage auf dem asiatischen Markt ist zwar maßgeblich für das massenhafte Töten der Haie verantwortlich, jedoch sind die Akteure des Hai-Fangs nicht nur in Übersee zu suchen: Die europäische Union ist für mehr als 30% der weltweiten Hai-Exporte verantwortlich. Zudem sind EU-Länder wie Spanien, Italien, Frankreich und Portugal auch mit über 50% am weltweiten Hai-Import beteiligt. Die Fischereifahrzeuge der EU landen jährlich über 100.000 Tonnen Haie - vornehmlich Blauhaie - und Rochen aus aller Welt an. Spanien ist durchweg verantwortlich für mehr als die Hälfte der Anlandungen und für drei Viertel der erlegten Blauhaie. Auch Deutschland ist Importeur von Haifleisch, -ölen und –knorpel.
Erste Schutzmaßnahmen wie den Beschluss der CITES-Konferenz sieht SAVE zwar als richtigen Weg für den Haischutz, jedoch appelliert die Artenschutzstiftung vor allem an den Verbraucher. Denn er, betont die Biologin Dr. Maike Förster, spielt beim Hai-Schutz eine ganz entscheidende Rolle. Verzicht auf Haifleisch und Haifischflossensuppe, auf Nahrungsergänzungsmittel, Arzneien und Kosmetik mit Haibestandteilen ist ein wichtiger Schritt zur Sicherung des Überlebens der Haie.
Hierfür ist jedoch eine umfassende Verbraucheraufklärung nötig, zu der die Broschüre
„Hai-End? – Der verdeckte Handel mit Haien in Deutschland“
und der
begleitende Flyer einen wichtigen Beitrag leisten.
„Hai-End“ enttarnt die Namen der Haiprodukte: „Squalen“ zum Beispiel bezeichnet eine Substanz aus Haileberöl und wird in Arzneimitteln, Lifestyle-Pillen und Kosmetika verwendet. Die geräucherten Bauchlappen des Dornhais werden als „Schillerlocke“ verkauft.
Weil die Kennzeichnung fehlt, weiß der Verbraucher selten, dass er Hai konsumiert. Um dem Verbraucher eine Übersicht zu geben, in welchen Produkten überall Hai enthalten ist, hat SAVE zahlreiche Produkte in einer Liste zusammengestellt.
Auch auf politischer Ebene gibt es Fortschritte: Das Europaparlament stimmte Ende letzten Jahres endlich für ein strengeres Hai-Finning-Verbot. So ist nun in der EU die Ganzkörperanlandung sämtlicher Haie – d.h. ihre Anlandung im Hafen im natürlichen Zustand mitsamt ihrer Flossen am Körper – verbindlich vorgeschrieben.
Ein weiterer Fortschritt ist die immer größer werdende Bedeutung der Hai für den Tourismus. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist Indonesien. Dort werden derzeit die ersten Schutzmaßnahmen für Haie umgesetzt: Die Regionalregierung von Raja Ampat hat vor wenigen Tagen ein Gebiet von 46.000 Quadratkilometern als Marinepark und Hai- und Manta Schutzzone ausgewiesen. Hiermit verbunden sind das komplette Fangverbot und das Verbot jeglichen Handels mit Haien und Mantas. Nachahmer erwünscht!
Link-Übersicht:
Info-Broschüre: Hai-End...?
Hai-End…? Flyer
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Auf den Spuren der Gnus
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Dienstag, den 26. März 2013 um 10:51 Uhr |
Besendertes Kalahari Gnu. © R. Reading
Lauren McCain trifft SAVE-Gnu Forscher Moses Selebatso in der Kalahari
 Moses Selebatso mit betäubten Gnu. © L. McCain
Dr. Lauren McCain ist Vorstand des SAVE-Teams in den USA.
Im Dezember ist sie nach Botswana gereist und traf sich dort mit dem SAVE-Gnu-Forscher Moses Selabatso im Forschungsgebiet, dem Central Kalahari Game Reserve (CKGR). Lauren wollte von Moses mehr über die Herausforderungen seiner Feldforschung erfahren, unter anderem über die besondere Rolle der Gnus und deren Nöte in der Zentralkalahari.
Es war Anfang Dezember 2012 und ein drückend heißer Tag. Lauren traf Gnu-Forscher Moses Selebatso in seinem Lager in der Nähe der Pipers Pan in der Zentral-Kalahari in Botswana. Das Thermometer stieg schon weit über 38 Grad Celsius. Die Luft war so flirrend heiß, dass sie sich über den weiten, offenen Salzpfannen spiegelte. Die üblichen Niederschläge, die in der Regel Ende Oktober einsetzen, waren diesmal nur spärlich ausgefallen. Die Dürre traf die Gnus wie alle anderen Wildtiere sehr hart.
Moses war in großer Sorge über seine Forschungstiere: die Gnus des Central Kalahari Game Reserve und des südlich anschließenden Khutse Game Reserve.
 Besendertes Gnu. © R. Reading
Moses befasst sich im Rahmen seiner Doktorarbeit mit der Frage, ob in den beiden Schutzgebieten CKGR und Khutse auf Dauer eine gesunde Gnu-Population überleben kann.
Durch seine achtjährige Erfahrung bei der Arbeit für die botswanische Wildtierbehörde, dem “Botswana Department of Wildlife and Parks” war er ein prädestinierter Kandidat für diese Forschungsarbeit.
Lauren McCain wollte nicht nur alles über diese Arbeit erfahren, sie unterstützte Moses auch tatkräftig während ihres Besuchs. Sie und ihre Begleiter halfen ihm, die Gnus einzufangen, sie zu besendern und wieder freizulassen. Die Satellitenhalsbänder, die die Tiere fortan trugen, liefern wichtige Daten über Bewegungsmuster, Größe der Territorien und die Nahrung der Tiere.
Das Besucher-Team bestand neben Lauren McCain aus Mitgliedern der Central Kalahari Research Group (Botswana) und des Denver Zoos (USA).
Moses berichtete, dass das CKGR-Schutzgebiet in den letzten 30 Jahren 90% seiner Gnu-Bestände verloren hat.
 Gedartetes Gnu. © R. Reading
Warum – das ist noch unklar, doch die Forschungen werden hoffentlich entscheidende Antworten auf diese Frage liefern. Allein sechs der insgesamt elf im Jahr 2012 besenderten Tiere waren bereits gestorben – ein herber Verlust in nur 12 Monaten. Moses zeigte sich über diese hohe Todesrate sehr besorgt. Dennoch sind diese exakten Daten für die Forschungsarbeit von großer Bedeutung.
Später an diesem schwülen Dezember-Nachmittag stieß Rubin zu der Gruppe im Camp. Der Tierarzt der staatlichen Wildtierbehörde ist einer der wenigen zertifizierten Tierärzte, die in Botswana die Erlaubnis haben, Wildtiere mittels Narkosegewehr zu betäuben. Das dient dem Schutz aller Wildtiere.
 M. Selebatso mit betäubten Gnu. © L. McCain
Das Team machte sich zu einer Fahrt rund um die Piper Pan auf. In dieser, mit dünnem Gras bewachsenen, Salzpfanne wurde in der letzten Zeit immer wieder eine Gnu-Herde gesichtet. Das Team wurde schnell fündig. “Das war die kleinste Gnu-Herde, die ich jemals im CKGR gesehen habe” berichtet uns Lauren, die mehrmals im Jahr nach Botswana reist. “Normalerweise sind die Pfannen und grasbewachsenen Dünentäler voller Springböcke, Oryx-Antilopen und anderer Antilopen”. Diesmal wirkte es fast wie ausgestorben.
Am nächsten Morgen machten sich Lauren, ihr Mann Rich, ein Wildbiologe des Denver Zoo, Tierarzt Rubin und Moses auf, die Gnus zu besendern. In einem zweiten Fahrzeug saßen weitere Forscher mit ihren Assistenten, deren Aufgabe es war, die Gnu-Herde zusammen zu halten. Tierarzt Rubin pickte sich mit Hilfe der anderen Forscher ein gesund wirkendes Gnu aus der Herde heraus, und Rubin betäubte es durch einen gezielten Pfeil am Hinterteil.
 M. Selebatso und R. Reading mit betäubten Gnu. © L. McCain
Alle warteten, bis die Narkose ihre Wirkung entfaltete und das Gnu einschlief. Rich, Moses und Rubin nahmen ihm Blut ab, machten weitere Gesundheitsanalyen und legten ihm ein Sendehalsband an. Lauren hielt währenddessen vorsichtshalber Ausschau nach Löwen. Dann bekam das Gnu eine Aufwachspritze, es stand blitzschnell auf und rannte weg, als sei nichts geschehen.
Moses wird mindestens noch ein weiteres Jahr lang in diesem Gebiet die Gnus beobachten und Daten sammeln. Wir freuen uns alle auf seine Ergebnisse. Sie werden SAVE eine große Hilfe dabei sein, Maßnahmen zum Schutz der Gnus und für ihr Überleben zu entwickeln.
Doch es geht um weitaus mehr: Gnus sind ein entscheidender Indikator für die Intaktheit des Ökosystems der beiden Schutzgebiete in der Kalahari.
Neue Erkenntnisse über die Gnus werden den Forschern und SAVE wichtige Hinweise über die Bedürfnisse aller Tiere geben, die den Lebensraum der Gnus teilen. |
SAVE-Umweltbildungsprogramm expandiert erfolgreich
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Montag, den 25. März 2013 um 12:53 Uhr |
Projekt „Wildlife Kids“ erobert die Kalahari-Dörfer
© SAVE
In den letzten Wochen war unsere Sozialarbeiterin Kgomotso Mothibi viel unterwegs: Sie klapperte die Dörfer am Rande des Schutzgebietes Central Kalahari Game Reserve ab, mit dem Ziel, mehr und mehr Familien für unser Kinderhilfs- und Umweltbildungsprogramm zu begeistern.
Diese Menschen leben am Rand des zweitgrößten Wildschutzgebietes der Erde, oft in bitterer Armut. Viele von ihnen fürchten sich vor Raubieren, betrachten sie als Schädlinge, die das Vieh töten. Aus diesem Grund haben die Menschen am Rand der Kalahari in der Vergangenheit nur allzu häufig Löwen, Hyänen oder Wildhunde erschossen.
Um das zu ändern versucht SAVE das Kinder- und Jugend-Projekt mit integriertem Umweltbildungsprogramm langfristig in den Dörfern rund um das Wildreservat zu implementieren. Doch zunächst, das stellt Sozialarbeiterin Kgomotso immer wieder fest, muss sie eine Art „Basisarbeit“ leisten. Denn den Familien, vor allen den Kindern, fehlt es am Nötigsten. Erst wenn sie gemeinsam mit ihnen die existenziellen Probleme angeht, haben die Kinder auch Freude an der Umweltbildung und am Artenschutzunterricht.
Überzeugungsarbeit in den Familien
Zehn Familien hat Kgomotso in den letzten Wochen besucht und dort für das Programm geworben. Oft wussten die Menschen noch gar nichts von dieser Möglichkeit. Sie musste viel erklären, überzeugen, so ungewohnt ist unsere Idee zunächst für die Menschen.
Kgomotso sprach mit ihnen über den Mensch-Wildtier-Konflikt in den Dörfern und wie dieser friedlich gelöst werden könnte. Sie hatte aber auch ein offenes Ohr für die Nöte der Menschen. In zwei Familien zum Beispiel versorgte die hochaltrige Großmutter mit ihrer Mini-Rente gleich mehrere ihrer verwaisten Enkel. Obwohl beide Großmütter ihr Bestes geben, ist die Lage prekär. Diese Kinder benötigen unbedingt Unterstützung, vor allem mit Lebensmitteln und Körperpflegeartikeln. Erst wenn das Überleben dieser Kinder gesichert ist, können wir sie in unser Programm einbinden. Der erste Schritt ist hierfür nun getan.
Für alle anderen Kinder, die bereits am Umweltbildungsprogramm teilnehmen, dachte sich Kgomotso kreative Spiele und Aktivitäten aus, die den Kindern nicht nur Spaß machen, sondern langfristig ihre Scheu vor Wildtieren abbauen sollen.
Sie machte sich gemeinsam mit der Wildlife-Kids-Gruppe im Dorf auf die Suche nach Tierspuren und identifizierte gemeinsam mit den Kindern die Tiere der unmittelbaren Umgebung anhand unserer, von Matto Barfuss erstellten, Wildtierbücher „Wildlife at My Home“. Doch es gab nicht nur ausgelassene Tier- und Umweltspiele, sondern auch konzentrierten Wildtierunterricht im Kinder- und Jugendzentrum von Moreomaoto, das in der örtlichen Bücherei untergebracht ist.
Die Sozialarbeiterin plant, auch Pflanzen, vor allem Bäume, mit auf den Lehrplan zu setzen und den Kindern den Wert von Pflanzen für Mensch und Tier zu vermitteln.
Aus den Augen lassen darf sie aber nicht die hohe HIV-Infektionsrate in diesen Dörfern. Deshalb wird sie sich nun auf die Suche nach einer Krankenschwester machen, die im Kinder- und Jugendzentrum von Moreomaoto Aufklärungsunterricht über HIV und Aids gibt.
Bei allen Umweltproblem dürfen wir dieses gravierende Problem nicht vergessen und alles dafür tun, dass diese Generation eine möglichst hohe Lebenserwartung hat, damit in ihr nicht nur begeisterte, sondern auch starke und gesunde Umweltschützer von morgen heranwachen.
Treffen mit Kooperationspartner Bob Rothschild
Die Bücherei in Moreomaoto wurde von der Bob und Sara Rothschild Stiftung errichtet, einem wichtigen Kooperationspartner von SAVE bei diesem Projekt.
Um die Zusammenarbeit zwischen beiden Stiftungen noch effektiver zu gestalten, trafen sich unsere Sozialarbeiterin Kgomotso und Bob Rothschild vor Kurzem in Moroamaoto. Sie überlegten gemeinsam mit dem Bibliothekspersonal, wie man künftig noch mehr Kindern den Zugang zur Bildung durch verlängerte Öffnungszeiten ermöglichen könnte. Die Bibliothek hat sich durch SAVE für die Kinder zu einem beliebten Treffpunkt nach der Schule entwickelt. Hier gibt es Vorträge, Spiele und vor allem unzählige Bücher über Afrikas Wildnis und andere spannende Themen. Das neue Kinder- und Jugend-Zentrum ist so beliebt, dass die Kinder es auch gerne nach der Schule bis zum Abend und auch an den Wochenenden nutzen würden. Nun sucht SAVE gemeinsam mit der Rothschild-Stiftung nach Spendern, um den Kindern diesen Wunsch zu ermöglichen und das Personal für diese Mehrarbeit bezahlen zu können. Dafür hofft SAVE auf Ihre Mithilfe.
Baldiger Startschuss für das zweite Wildlife-Kids Zentrum
Positive Nachrichten auch vom geplanten Kinder- und Jugendzentrum in Gweta, einem Dorf ungefähr 100 km entfernt von Nata und rund 200 km von Maun. Gweta liegt am Rand des Kalahari-Schutzgebietes und wird als Eingang zu den Makgadikgadi Pans bezeichnet. Unsere Sozialarbeiterin Kgomotso traf sich Anfang März mit elf Community-Mitgliedern und dem Dorfchef von Gweta, sowie dem leitenden Lehrer der örtlichen Dorfschule. Dieses Treffen, so berichtet sie uns, sei äußert erfolgreich und fruchtbar gewesen: Die Verantwortlichen sprachen über den Bau einer weiteren Bibliothek nach dem Vorbild von Moreomaoto, in der der Umweltbildungsunterricht stattfinden kann. Ein Grundstück hierfür ist bereits gefunden, so dass voraussichtlich mit dem Bau zwischen April and Juni 2013 begonnen wird. Insgesamt, so berichtet uns Kgomotso, wurden unsere Ideen in Gweta äußerst freundlich und wohlwollend aufgenommen, so dass wir sicher sind, auf Dauer ein weiteres Dorf als Umweltbildungspartner gewonnen zu haben.
Erste Gespräche für ein drittes Kinder- und Jugendzentrum
Kgomotsos nächstes Ziel ist Shakawe, ein kleiner Ort am Nordzipfel des Okavango-Deltas, nahe der Grenzen zu Namibia und Angola. Dort wurde die Dorfgemeinschaft ebenfalls vom SAVE Kinderhilfs- und Umweltbildungsprogramm überzeugt und zum Mitmachen bewegt. Hier ist nun Kgomotsos Aufgabe, Einzelheiten für die Verwirklichung des Projektes mit den Gemeindeoberhäuptern zu besprechen.
Hier können Sie uns unterstützen:
Projektspende
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SAVE veröffentlicht Haischutz-Broschüre zur Artenschutzkonferenz
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Sonntag, den 10. März 2013 um 11:55 Uhr |
Toter Hammerhai
„Hai-End…?“ motiviert Verbraucher zum Boykott von Hai-Produkten
Haie stehen im Fokus der diesjährigen CITES-Artenschutzkonferenz. Doch während Artenschützer in Bangkok diskutieren, wie man auf politischer Ebene diese Tiere trotz knallharter wirtschaftlicher Interessen schützen kann, veröffentlicht der SAVE Wildlife Conservation Fund in diesen Tagen die Broschüre „Hai End...“ mit konkreter Aufklärung rund um den Haischutz und Tipps für die Verbraucher.
Parallel zur CITES-Konferenz veröffentlicht die Artenschutzstiftung SAVE Wildlife Conservation Fund ihre neue Broschüre „Hai-End: Der verdeckte Handel mit Haien in Deutschland“.
Darin geht es nicht nur um die Bedrohung der Haie, sondern auch um Verbraucheraufklärung: Der Konsument erfährt, was er konkret gegen den Untergang der Haie tun kann. Denn viele Verbraucher konsumieren Hai-Produkte ohne es zu wissen.
Der Leser erhält Einblick in Handelswege und Absatzmärkte von Haifleisch, -Flossen, -Knorpel, -Ölen und -Haut. Auch die vermeintliche Wirkweise von Haisubstanzen wird kritisch unter die Lupe genommen. In der sorgsam recherchierten Hai-Produktliste sind viele Produktnamen und deren Anbieter aufgelistet.
Ergänzt wird die Broschüre „Hai-End“ durch konkrete Anregungen zum haifreundlichen Shopping. Eine konkrete Hilfe zum tierschutzfreundlichen Einkaufen bietet die Datenbank des Internetportals von Animals’ Liberty und die dazugehörige App „Wer macht´s“.
„Hai-End beleuchtet den Haihandel, der sich vielfach im Verborgenen abspielt und oft über Tarnnamen funktioniert: „Squalen“ zum Beispiel bezeichnet eine Substanz aus Haileberöl und wird in Arzneimitteln, Lifestyle-Produkten und Kosmetika verwendet. Die geräucherten Bauchlappen des Dornhais werden als „Schillerlocke“ verkauft. Hinzu kommen Uhrenarmbänder aus Haifisch-Haut, Gelenkkapseln aus Hai-Knorpel, Anhänger aus Hai-Zähnen, Haifleisch, Suppe aus Haifisch-Flossen, für die allein 100 Millionen Haie pro Jahr ihr Leben lassen. Kaum ein Tier wird so gnadenlos verfolgt wie der Hai.
Zahlreiche Haiarten sind deshalb gefährdet und vom Aussterben bedroht. Dabei spielen die rund 500 Haiarten mit ihren hochentwickelten Sinnen eine enorm wichtige Rolle im Ökosystem der Meere. Ein Riff ohne Haie stirbt innerhalb eines Jahres. Sterben die Riffe, kommt es zu einem ökologischen Kollaps in den Meeren. Zudem sind Haie wichtig für unser Klima, da sich ohne Haie die planktonfressenden Fische zu stark vermehren. Plankton jedoch ist der Hauptsauerstofflieferant im Wasser.
Trotzdem werden pro Sekunde sechs Haie getötet. Weltweit sind es 500.000 pro Tag.
Der Haifleischhandel, so klärt die Broschüre Hai-End auf, befriedigt zwar in erster Linie die Nachfrage auf dem asiatischen Markt, doch er geht von Europa aus. Nachforschungen ergaben, dass die europäische Union für mehr als 30% des weltweiten Exports von Haifleisch verantwortlich ist.
Zudem sind EU-Länder wie Spanien, Italien, Frankreich und Portugal auch mit über 50% am weltweiten Hai-Handel beteiligt. Deutschland ist Importeur von Haifleisch, -ölen und –knorpel.
Dabei spielen Verbraucher eine ganz wichtige Rolle beim Schutz von Haien, betont Dr. Maike Förster, Biologin und wissenschaftliche Beraterin des SAVE Wildlife Conservation Fund.
„Wer auf den Verzehr von Haifleisch und Haifischflossensuppe verzichtet, Nahrungsergänzungsmittel und Arzneien aus Haiknorpel und Kosmetik mit Inhaltsstoffen aus Haiöl im Regal stehen lässt, kann auch hier in Deutschland etwas für das Überleben der Haie tun.“ erklärt Dr. Maike Förster.
Auch Politik und Unternehmen sind gefordert, damit die hochentwickelten Tiere, die seit 450 Millionen Jahren in den Meeren leben, nicht irgendwann verschwinden.
Erste Ansätze gibt es: Zum Beispiel hat die EU Ende 2012 das Abtrennen von Haiflossen („Hai-Finning“) auf offener See verboten. Die Fluggesellschaft Cathay Pazifik wird auf ihren Frachtflügen keine Haiprodukte mehr transportieren, die nicht aus nachhaltigen Quellen stammen.
Link-Übersicht:
Info-Broschüre: Hai-End...?
Hai-Produktliste auf der SAVE-Homepage
Tipps zum haifreundlichen Einkauf inkl. App „wer macht’s?“ von Animals Liberty
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