Können Kalahari-Gnus im Central Kalahari Game Reserve überleben?

Donnerstag, den 17. April 2014 um 12:43 Uhr
Nahaufnahme eines Gnus
Kalahari-Gnus © SAVE

Forschungs-Up-Date von Moses Selebatso

Moses Selebatso, Capacity Development Student des SAVE Wildlife Conservation Fund und der KGR Research Group, füllt eine Plastikflasche nach der anderen mit Wasser von einer künstlich angelegten Wasserstelle inmitten des Central Kalahari Game Reserve (CKGR). Die entnommenen Wasserproben dienen der gezielten Untersuchung der Wasserqualität und um ihren Einfluss auf die Kalahari-Gnus zu untersuchen.
Im Rahmen seiner Doktorarbeit untersucht er das Wanderverhalten von verschiedenen Kalahari-Gnuherden zu den Wasserstellen in den Gebieten des CKGR. Einige dieser künstlichen Wasserstellen wurden eigens für das Forschungsprojekt angelegt. Die Ermittlung ihres Wanderverhaltens, insbesondere auf der Suche nach Wasser, soll zu einem besseren Verständnis der stetig abnehmenden Gnu-Population führen.

Die stetig schrumpfenden Kalahari-Gnuherden werden seit insgesamt mehr als fünf Jahren anhand einer Wildtierstudie von der Kalahari Research and Conservation (KRC) mit Blick auf ihre Ansprüche an das CKGR als Lebensraum beobachtet. Selebatso befasst sich in seiner Doktorarbeit im Wesentlichen mit dem Aspekt, wie viele Tiere im CKGR überleben können und wie die verschiedenen Lebensräume im Gebiet von den Streifengnus genutzt werden. Die zwingend erforderliche regelmäßige Kontrolle der Wasserversorgung durch die künstlichen Wasserquellen stellt eine der Hauptkriterien seines Projekts dar.

Eine Gnuherde von weitem
Gnuherde in der Kalahari © SAVE

Das Nahrungsangebot und das Wasseraufkommen in der Kalahari sind sehr begrenzt wodurch die ausreichende Ernährung der hier lebenden Wildtiere erschwert wird. Die Trockenzeit stellt hierbei eine besonders schwierige Hürde dar, weil natürliche Wasserstellen nach und nach zu Salzpfannen austrocknen. Auch wird den Kalahari-Gnus durch die zahlreichen Zäune - die der CKGR umgebenden Farmen - die Möglichkeit zur Migration und damit auch zu natürlichen Wasserreserven verwehrt.

Der botswanische Forscher Selebatso, sammelt bereits seit einem Jahr Gras- und Kotproben der in dem Nationalpark beheimateten Streifengnu-Populationen, ebenso wie von Springböcken (Antidorcas marsupialis) und Spießböcken – oder auch Gemsböcke genannt (Oryx gazella) - der Kalahari. Anhand dieser analysiert er das Nahrungsspektrum der Gnus und vergleicht es mit dem der anderen Antilopenarten. Interessant ist hierbei ob es zu Überschneidungen kommt, um zu untersuchen ob und wie sich der Wettbewerb um Nahrung auf die abnehmende Population negativ auswirkt.

Seit rund zwei Jahren beschäftigt sich der afrikanische Student in seinem Forschungsprojekt mit der vom Aussterben bedrohten Kalahari-Gnu-Population.
Mithilfe von Funkhalsbändern wird jederzeit der saisonal bedingte Aufenthaltsort der Gnu-Herden aufgespürt. Dafür wurden insgesamt 19 Streifengnus mit GPS-Halsbändern besendert, von denen jedoch nur sechs Gnus länger als 13 Monate überlebten. Neun Gnus sind gestorben und ein Tier wird vermisst, dies entspricht einer Sterblichkeitsrate von 50% bei den Forschungstieren. Bei drei von ihnen gab es Probleme mit den Sendehalsbändern.
Die meisten der Forschungstiere starben bereits im ersten Forschungsjahr. Ursache der vielen Todesfälle waren vermutlich die ausgetrockneten Wasserlöcher, wie bereits in vorherigen Updates berichtet wurde.

Die Wanderrouten der mit GPS-Halsbändern besenderten Gnu-Herden im CKGR werden seit 2011 aufgezeichnet. Leider hat sich ihre Anzahl stark verringert. Selebatso´s Forschung ergab, dass es weitaus weniger als die geschätzten 1000 Streifengnus in seinem Forschungsgebiet gibt. Er geht davon aus, dass heute nur noch ca. 350 Individuen im gesamten Gebiet der CKGR leben.

Seine Forschung beinhaltet zugleich etliche weitere Gesichtspunkte, darunter das demografische Muster der Gnu-Populationen, sowie deren Wanderrouten unter saisonaler Betrachtung. Außerdem untersucht er die Auswirkungen ihrer Nahrungsauswahl unter dem Aspekt der verschiedenen Klimaperioden wie Regen -und Trockenzeiten und die Beziehung zwischen saisonalen Schwankungen beim Futter und bei der Nahrungsauswahl. Auch soll das Verhalten der Gnus und anderer Huftiere bezogen auf saisonale interspezifische Überlappungen bei der Nahrung festgestellt werden.

Eine Gnuherde ruht sich in Gräsern aus
Eine Gnuherde in der Kalahari. © SAVE

Bislang ergab die Studie, dass die Streifengnu-Populationen des CKGR in den nassen Jahreszeiten die Salzpfannen aufsuchen und in den Tälern leben und es sie in der Trockenzeit zu den nördlicheren Gebieten zieht. Zwischen dem Khutse Game Reserve und dem Deception Valley des CKGR waren gleichmäßige Muster bezüglich der Wanderbewegungen der Kalahari-Gnus zu beobachten. Beachtlich waren auch die langen Entfernungen, die von ihnen auf der Suche nach Wasser zurückgelegt wurden.
Die Feldarbeit des Projekts ist nun abgeschlossen und der leitende Forscher wird sich nun auf die Laboranalysen der Gräser, Kot- und Wasserproben fokussieren. Die Datenanalyse wird voraussichtlich im Juni beginnen und sein Ziel ist es bis Ende diesen Jahres mind. ein Kapitel seiner Doktorarbeit fertig zu stellen.

Wir sind gespannt auf Moses Selebatso‘s weitere Forschungsergebnisse und -erkenntnisse, die zum besseren Verständnis der Verhaltensweisen der Gnus an die gegebenen Lebensbedingungen und die hoffentlich auch zur Vergrößerung ihrer Population in den Kalahari-Savannen beitragen werden.

Lesen Sie hier den Forschungsbericht von Moses Selebatso.

 

Für drei Afrikanische Wildhunde ist das Central Kalahari Game Reserve das neue Zuhause

Donnerstag, den 10. April 2014 um 09:00 Uhr
3Wildhunde
Frisch umgesiedelte Afrikanische Wildhunde in der CKGR. © SAVE
 Wildhund
Afrikanischer Wildhund mit Antilopen-
Überresten. © SAVE

Erfolgreiche Umsiedlung durch das Team des SAVE Wildlife Conservation Fund und der Kalahari Research & Conservation

Die zwei weiblichen Afrikanischen Wildhunde sehen mager aus, aber sie sind nun nicht mehr untergewichtig. Auch das Männchen macht bis auf eine Narbe an einer Seite einen gesunden Eindruck. Vor ihnen liegen die Überreste eines Springbocks, an dem sie genüsslich fressen. Alle drei Wildhunde sind mit einem speziellen Halsband ausgestattet, jedes mit einem anderen. Über ein GPS-, einem Satelliten- und einem VHF-Halsband soll ihr weiteres Schicksal beobachtet werden.

 Gefangen
Untersuchung und Besederung der Wild-
hunde. © SAVE

Ein Farmer versuchte zuvor über Monate hinweg die Wildhunde auf einer Wildtierfarm einzufangen. Seine Farm ist umgeben von Rinderfarmen und liegt in Molepololes, in der Nähe von Gaborone. Schließlich gelang es ihm im die Tiere einzufangen und somit vor dem sicheren Tod durch Abschuss oder Vergiftung der anderen Farmer zu bewahren. Die Tiere wurden von unserem SAVE Team und dem Team des Kalahari Research & Conservation (KRC) umgesiedelt. Der Transport dieser Tiere in den von SAVE gestifteten übergroßen Holzkisten und die anschließende Freilassung Ende Februar im Norden des Central Kalahari Game Reserve (CKGR), in der Region Tau Pan, verlief problemlos.

Freigelassen
Die Wildhunde erkunden ihre neue Heimat.
© SAVE

Achtzehn Tage lang wurden sie auf Schritt und Tritt von unserem Teams begleitet. Starke Regenfälle hinderten die Teams zuvor tagelang daran Ausschau nach dem Verbleib der Wildhunde zu halten, aber letztlich war ihre Suche am 17. März erfolgreich. Das Satelliten- bild zeigt, dass sich die Tiere etwa 45 km weiter südlich ihres Freilassungsortes, Tau Pan (im CKGR), aufhalten.

Die Zukunft wird zeigen, ob sich die Wildhunde an die neuen Gegebenheiten anpassen können, denn in dem neuem Zuhause erwarten sie ganz andere Gefahren und Schwierigkeiten als vorher.

 Regen
Transport durch überflutete Wege in der
CKGR. © SAVE
Sie müssen sich vor Löwen in Acht nehmen und es gibt auch keine leicht zu erlegenden Rinder mehr. Zudem steht die Trockenzeit bevor, in der das Nahrungs-und Wasserangebot begrenzt sein wird. Es bleibt spannend: Werden sich die umgesiedelten Wildhunde erfolgreich den neunen Heraus- forderungen stellen und den Gefahren trotzen und sich vielleicht sogar einem anderen, die bereits im CKGR leben, Wildhunderudel anschießen werden?

Wir werden Sie auf dem Laufenden halten! Das Team von SAVE und KRC bleibt den umgesiedelten Wildhunden auch weiterhin auf der Spur.
Mindestens einmal monatlich werden wir uns auf die Suche nach den besenderten Wildhunden begeben und uns von ihrem Wohlergehen überzeugen.

Lesen sie hier den Wildhund-Forschungsbericht.

 

Wildtiertourismus als Chance für Mensch und Tier

Mittwoch, den 09. April 2014 um 12:26 Uhr
©SAVE
Botswana © SAVE

Warum Artenschutz eine Win-Win-Angelegenheit ist

Selbst während der letzten großen Finanzkrise von 2008/2009, als bei Fernreisen gespart wurde und die Umsätze im Tourismus weltweit um fast 10% zurückgingen, verzeichnete der Kruger National Park in Südafrika einen Besucher-und Umsatz-Plus von fast 5%. Eine Studie ging der Frage nach, warum so viele Gäste den Park besuchten, obwohl sie angaben, dass auch bei Ihnen das Geld knapp war und sie sparen mussten. Die Studie fand heraus, dass für die meisten Befragten einer der wichtigsten Gründe die „wildlife experience“ war. Dass man im Kruger und in anderen Parks und Reservaten die „Big Five“ (Nashörner, Löwen, Büffel, Elefanten, Leoparden) und andere Tiere in freier Laufbahn erleben kann, zieht Besucher an und ist eine wichtige Einnahmequelle. Das gilt nicht nur für die südafrikanische Provinz Mpumalanga, Heimat des Kruger Parks, oder afrikanische Länder wie Kenia oder Botswana, die ebenfalls beliebte Ziele von Safari-Reisenden sind. Das Phänomen „wildlife experience“ lockt Besucher weltweit. Auch der Tauchsport beispielsweise spült jedes Jahr Einnahmen von knapp über 100 Millionen Dollar nach Fidschi, Palau und den Malediven, weil die Taucher Haie und andere Fischsorten in ihrer natürlichen Umgebung erleben wollen. Doch es sind mitnichten nur „exotische“ Ziele, die Tierbeobachter anlocken.

©SAVE
Kalahari Löwe, Botswana © SAVE

In unseren Breitengraden beispielsweise sind Hotels an der Ostsee während der Kranich-Saison ausgebucht, die Preise für Unterkünfte steigen in dieser Zeit auf Sommerferien-Niveau! In Kenia ist der Wildtourismus gar das Rückgrat der nationalen Wirtschaft. Um Wildtiere hautnah zu erleben, zahlen Touristen nicht selten bis zu 700 Dollar für eine Übernachtung im Zelt! Wenn die Kostspieligkeit von Tier- und Artenschutz beklagt wird, wird oft diese andere Seite der Medaille vergessen: Dass der Schutz von Tier und Natur auch zu hohen Umsätzen führt, ein Milliardengeschäft ist und gerade in ökonomisch schwachen Ländern wie etwa Kenia oder Botswana auch viel zur Verbesserung der Wirtschaftslage beitragen kann. Doch weil die einheimische Bevölkerung oft nicht im fairen Maße an diesem Geschäft teilhat, und zudem oftmals nicht genügend Kenntnisse über den Wert und Nutzen von Artenschutz besitzt, verschwinden immer mehr Wildtiere. In Südafrika sind es überwiegend Nashörner, die von Wilderern und Jägern getötet werden, im östlichen Afrika lassen jedes Jahr zehntausende Elefanten ihr Leben. Was sich noch nicht genügend herumgesprochen zu haben scheint, ist das die Tiere lebendig viel mehr wert sind. Das haben unterschiedliche Studien bereits in den 1980er und 1990er Jahren gezeigt. Während seiner Lebenszeit kann ein einziger afrikanischer Elefant Einnahmen von bis zu 1 Mio. Dollar generieren. Zum Abschuss freigegeben bringt das Tier einmalig höchstens eine Jagdgebühr von 4.000 bis zu 200.000 Dollar ein. Fällt es Wilderern zum Opfer bringt es wesentlich weniger ein. Ähnliches gilt für fast alle Wildtiere. Laut einer von der FAK veröffentlichten Studie erwirtschaftet ein Löwe als touristische Ressource über eine halbe Million Dollar, während er als (legales) Jagdobjekt der Regierung weniger als 10.000 Dollar Gebühren einbringt. Ein Wilderer bekommt für die Haut nur etwa 1000 Dollar. Diese Zahlen zeigen ganz deutlich, wie viel mehr Wert der Schutz der Tiere ist als ihre Zerstörung.

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Chobe, Botswana ©SAVE

Wildtiere und ihre Lebensräume zu schützen – zum Nutzen von Mensch und Tier – und Menschen für die Einzigartigkeit der Natur zu begeistern ist das Ziel von Umweltorganisation wie der gemeinnützigen Natur- und Artenschutzstiftung SAVE. Auch in Botswana, wo SAVE besonders engagiert ist, werden die „Big Five“ gejagt. Zwar ist das sogenannte „Trophy Hunting“, das Jagen von Wildtieren nur wegen einer Trophäe (Geweih, Hörner, Fell usw.), seit diesem Jahr in Botswana per Gesetz verboten, doch die Wilderei ist nach wie vor ein Problem. Für die einheimischen Bevölkerungen gelten Büffel oder Antilopen immer noch als Nahrungsquelle. Auch viele andere bedrohte Wildtiere wie etwa Zebras oder Giraffen sind in Botswana beheimatet und werden trotz des neuen Verbots gejagt. Um diesen Reichtum Afrikas zu schützen, wurde im März 2012 der Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area (KaZa Nationalpark) eröffnet.

©SAVE
Chobe, Botswana © SAVE

In diesem grenzüberschreitenden Naturschutzgebiet, das mit einer Fläche von 444.000 m² das zweitgrößte der Welt ist, sollen die Wildtiere in ihrem natürlichen Lebensraum leben können. Doch ein Mensch hat wenig Interesse daran, ein Tier zu schützen, wenn ihm vor Hunger der Mangen grummelt. Deshalb gilt das Engagement von SAVE in Botswana insbesondere der Umwelterzeihung und der Sensibilisierung für den Naturschutz. Gemeinsam mit Kooperationspartnern klärt die Stiftung die einheimische Bevölkerung über den Zweck und Nutzen des Nationalparks auf und zeigt, welche Vorteile ein lebendes Tier auch für sie hat. Es ist die Hoffnung von SAVE, dass die Menschen in der gesamten Region die Natur eines Tages als wertvolle Ressource begreifen werden, die ihnen Arbeitsplätze und ein erträgliches Einkommen sichern können. Doch dafür ist es wichtig, dass die Profiteure nicht länger nur westliche Tourismuskonzerne, Hotelketten oder korrupte Beamten vor Ort sind.

 

Neues von den SAVE-Projekten in Shakawe

Dienstag, den 25. März 2014 um 15:06 Uhr
Shakawe
Lehrerin mit Kindern der Vorschulgruppe. © SAVE

Magnet für Botswanas nächste Generation: Immer mehr Kinder nehmen am SAVE-Projekt teil

Die SAVE Projekte in Shakawe (und Samochima), Botswana blicken auf ein sehr erfolgreiches Quartal zurück. Die Projekte sind sehr gut angelaufen und konnten gemeinsam mit Pabalelo Trust, unserem Projektpartner vor Ort, weiter ausgebaut werden. So konnten mehr Kinder denn je die Einrichtung besuchen und in den Genuss eines Bildungsprogramms kommen, das neben der Alphabetisierung auch das Ziel verfolgt, die Kinder früh für den schonenden Umgang mit ihrer Umwelt und weitere wichtigen SAVE-Ziele zu sensibilisieren.

 In der Samochima Vorschule
In der Samochima Vorschule © SAVE

Das neue Schuljahr der Samochima Vorschul-Spielgruppe begann Anfang des Jahres mit über 50 Kindern. Gleich zum Jahresanfang erhielten die Kleinen hohen Besuch. Der Deutsche Botschafter in Botswana, Rolf Ulrich, reiste extra aus der Hauptstadt Gaborone an, um den Kindern einen guten Start zu wünschen und sie in ihrem Umweltengagement zu bestärken. Zusammen mit den Vorstandsmitgliedern von Share for Smiles e.V. (unseren Projektpartner in Gweta), die gerade auf Besuch in Botswana waren, ließ Herr Ulrich sich unser SAVE Projekt zeigen und erklären.

Die hohe Anzahl der sehr jungen Kinder im neuen Schuljahr ist für uns eine besondere Herausforderung, da die Kleinen einer intensiveren Betreuung bedürfen. Durch Trainings für die Erzieher und Volontäre, hoffen wir, dieser Aufgabe gerecht zu werden.

Im Mittelpunkt: Die Umwelterziehung

Kinderprojekt in Shakawe
Jugendclub in der Bibliothek. © SAVE

Auf dem „Unterrichtsplan“ für das neue Schuljahr stehen auf Grund einer Mittelaufstockung und diverser Spenden glücklicherweise nun mehr Fächer. Durch Ausflüge, interaktive Spiele und Mitmach-Aktionen werden Themen, die den Alltag der Kinder betreffen, in den „Unterricht“ eingebaut. Während die Eltern meist an erster Stelle die Alphabetisierung ihrer Sprösslinge begrüßen und unser Jungendclub in der Bibliothek (Bibliotheks-Freizeit) daher aus allen Nähten platzt, liegt unser Schwerpunkt darin, den Kindern zu vermitteln, wie wichtig es ist, die lokale Flora und Fauna zu schützen. Wildtiere wie Krokodile oder Schlangen, zum Beispiel, stellen oft eine Bedrohung für das Nutzvieh der ländlichen Bevölkerung dar, weshalb sie rücksichtslos getötet werden. Durch diverse Unterrichtsaktivitäten und Ausflüge lernen die Kinder in beiden Projekten u.a. den Unterschied zwischen Wild- und Nutztieren oder zwischen giftigen und harmlosen Reptilien zu erkennen. Sie lernen aber auch, dass selbst gefährliche Tiere zum ökologischen Gleichgewicht beitragen. Neben der wichtigen Umwelterzeihung stehen nicht minder wichtige Fächer wie Gemeinschaftskunde und Gesundheitserziehung auf dem Programm.

Rückblick auf die letzten Ferien

Die Kinder hören aufmerksam zu
Exkursion ins Grüne © SAVE

Auch in den Ferien finden Angebote statt. Diese sind so beliebt, dass die Kapazitäten oft überschritten werden. Oftmals besuchen über 60 Kinder den Jungendclub. In den letzten Weihnachtsferien wurde ein dreiwöchiger Ferienclub veranstaltet, der in den ersten zwei Wochen regen Zulauf fand. In der dritten Woche nahm die Zahl der Kinder ab, weil viele Familien zu ihren Viehherden aufbrachen. Auf dem Programm standen zahlreiche spielerische Naturschutzaktivitäten, in denen es um Themen wie Mülltrennung und Kompostierung ging. Gemeinsam wurde aber auch Pizza gebacken und Kekse kunstvoll dekoriert.

Rasanter Zuwachs

Derzeit besuchen 47 Kinder die Samochima Preschool (Vorschule). Für die Bibliotheks-Freizeit (Jugendclub) gab es zeitweise über 60 Anmeldungen. 58 Kinder nutzen derzeit die Einrichtung regelmäßig. An unserem Umwelterziehungsprojekt, das auch in den Schulen stattfindet, nehmen nahezu 100 junge Menschen teil.

Lesen Sie hier den vollständigen Quartalsreport von unseren Projekten in Shakawe.

 

„Der Untergang des Königs“ in der Zeitschrift „Freiheit für Tiere“

Donnerstag, den 20. März 2014 um 10:35 Uhr
FFT Löwe
© Freiheit für Tiere

„Der Untergang des Königs“ in der neusten Ausgabe der Zeitschrift „Freiheit für Tiere“

Erneut widmet sich die Zeitschrift „Freiheit für Tiere“ einem Thema, das SAVE ganz besonders am Herzen liegt, nämlich der starken Bedrohung Afrikas Löwen.
Beschränkte sich vormals die Gefahr für das Überleben der Löwen auf die Trophäenjagd, den Farmer-Raubtierkonflikt und Lebensraumverlust kommen nun neue Gefährdungen hinzu wie die Gatterjagd und der immer beliebter werdende „Löwenwein“.
Auf die letzten beiden Gefahren wird im Artikel besonders eingegangen.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel:
www.freiheit-fuer-tiere.de/downloads/freiheit-fuer-tiere-2-2014-save-wildlife.pdf

Hier finden Sie die gesamte Ausgabe „Freiheit für Tiere“ 2/2014:
www.freiheit-fuer-tiere.de/zeitschriftausgaben/ausgabe-2-14/index.php

 

Neuer Eklat im Fall Herakles Farms: Millionen Strafzahlungen gegen Palmöl-Investor

Donnerstag, den 20. Februar 2014 um 13:05 Uhr
Herakles Farms
© SAVE

Vorwurf der Diskriminierung eines hoch qualifizierten kamerunischen Wirtschaftsexperten

In einem besonders aufsehenerregenden Fall von Ungleichbehandlung aufgrund vermeintlich andersartiger Herkunft standen sich am Freitag, den 13. Dezember 2013 der Kameruner Loxy Massango Epie und das Unternehmen Herakles Farms vor Gericht gegenüber. Stein des Anstoßes - dem Tochter-Unternehmen des US Giganten – Herakles Capital wird Rassendiskriminierung und Ausländerfeindlichkeit vorgeworfen.

Bekannt wurde Herakles Farms, insbesondere durch die geplante Errichtung einer über 70.000 Hektar großen Palmölplantage am Golf von Guinea in Kamerun. Dieser Hotspot der Biodiversität unterliegt somit der akuten Gefahr des Zusammenbruchs und dem daraus folgenden Verlust der Artenvielfalt. Dieses Vorhaben wird von einheimischen und internationalen NGOs, wie Greenpeace, dem WWF und dem SAVE Wildlife Conservation Fund im höchsten Maße kritisiert.

Loxy Massango Epie, Wirtschaftsexperte und ehemaliger Mitarbeiter des Unternehmens Herakles Farms, war vier Monate lang, vom 6.8.-19.12.2012, als Senior Vizepräsident für Finanzen und Office Operations beschäftigt. Eine Position, die zuvor nicht existierte und neu geschaffen wurde. Völlig unvermittelt erfuhr der Wirtschaftsexperte am 23. Januar 2012 durch einen Brief der Firma von seiner fristlosen Entlassung und der Neubesetzung durch den Australier Christopher Andrew Leahy.
Durch den Präsidenten von Herakles Farms erfuhr Epie von seiner Entlassung. Dieser schickte ihm mehrere E-mails. In der ersten E-mail vom 23. Januar 2013 wies das Unternehmen darauf hin, dass es keine geeignete Position für den Kameruner gibt. Nur wenige Tage später, am 28. Januar erhielt Epie ein weiteres Schreiben seines ehemaligen Arbeitgebers. Dieses Mal wurde er der schlechten Arbeitsleistung beschuldigt und weitere fünf Monate später ist der angebliche Grund die Falschdarstellung von Arbeitszeugnissen.

Der Kläger Epie wiederum wirft Herakles Farms vor seinen Vertrag unrechtmäßig beendet und seine Stelle durch einen Nachfolger besetzt zu haben. Außerdem erhielt er seinen Angaben zu folge kein offizielles Arbeitszeugnis und sein Gehalt wurde ihm nicht vollständig ausgezahlt.
Beide Parteien verklagten sich daraufhin gegenseitig des unrechtmäßigen Vertragsbruches und stellten diesbezüglich finanzielle Forderungen in Millionen- bzw. Milliardenhöhe für den jeweils erlittenen Schaden. Epies Forderungen belaufen sich auf 8.945.385.797 Francs CFA (= 13.637.152,74 Euro), die von Herakles Farms als Angeklagte belaufen sich auf 76.692.800 Francs CFA (= 116.917,42 Euro).

Vorgeschichte:

Dem Disput vorausgegangen war die Anwerbung des Kameruners Epie für den Posten des Senior Vice President Finance and Office Operations seitens des Unternehmens Herakles Farms im Juni 2012. Zu diesem Zeitpunkt stand Loxy Massango Epie vor der Entscheidung das lukrative Stellenangebot der Firma Banjul Oxygen Limited, mit einem exklusiven Gehalt von jährlich 84 Millionen Francs CFA und etwa 12 Millionen Francs CFA an Rentenzuschüssen, anzunehmen.
Nach sechs Wochen andauernden Verhandlungen entschied er sich jedoch für den Posten bei Herakles Farms. Hierfür reichte er seinen Lebenslauf ein und erhielt einen Tag vor Arbeitsantritt die konkrete Stellenausschreibung. Demzufolge sollte der Bewerber Managementerfahrung mitbringen und ein Zertifikat für fortgeschrittenes Rechnungswesen im Institut für Wirtschaftsprüfung in Kamerun besitzen oder eines von der Gesellschaft für beglaubigte Buchhaltung.
Epies berufliches Profil weist neben 15 Jahren an Erfahrung im Rechnungswesen und mehr als 10 Jahren Expertise in Managementpositionen zusätzlich weitere Referenzen zu allen erforderlichen Qualifikationen auf.
Bei Epies Nachfolger Leahy zeigte sich, dass sich seine Berufserfahrungen nicht mit den erforderlichen Qualifikationen der von Epie ausgeübten Position deckten. Im Kreuzverhör des Fako High Court stellte sich heraus, dass Leahy keinerlei Erfahrung im Rechnungswesen mitbringt und auch keine einzige an diese Position gestellte Qualifikation erfüllt. Die Beweggründe der Neubesetzung des Kameruners durch Leahy liegen im Dunkeln.

Neben dieser widersprüchlichen erscheinenden Entscheidung kommen noch weitere Vorwürfe von Herakles Farms gegen Epie hinzu.
Epie war laut Herakles Farms als Senior Vizepräsident für Finanzen und Office Operations für alle Steuerangelegenheiten und insbesondere für die sozialen Versicherungsbeiträge der 600 kamerunischen Beschäftigten bei Herakles Farms zuständig, jedoch scheiterte er Herakles Angaben zufolge bei der Berechnung, Darlegung und Bezahlung dieser Beiträge. Bei der Prüfung durch das Gericht gab Leahy an, dass die von Herakles gemachten Vorwürfe nicht der Wahrheit entsprachen und nicht in den Zuständigkeitsbereich der Tätigkeiten von Epie gehörten.

Während seiner Tätigkeit bei Herakles Farms wurde die komplette schriftliche Korrespondenz über einen Firmen Email-Zugang ausgeübt. Nach seiner Entlassung wurde dieser direkt gesperrt. Viele Beweisstücke konnten laut Epies Aussage somit nicht dem Gericht vorgelegt werden. Die Forderung des Gerichts an Herakles Farms die E-mail-Adresse freizugeben kam Herakles Farms nicht nach mit der Begründung, dass dies nicht möglich sei, da der E-mail-Zugang bereits vor vier Monaten gesperrt wurde. Alle E-mail Zugänge aller Beschäftigen unterstehen jedoch der Aufsicht der Gesetze der Bundesstaaten der USA, so auch die von Herakles Farms. Alle gespeicherten Korrespondenzen und E-mails müssen hiernach mindestens sieben Jahre lang behalten werden.

Das Oberste Gericht der Fako Division befand daher, dass das Unternehmen Herakles Farms aus den oben genannten Gründen, den zitierten Paragraphen 1 und 2 der Internationalen Arbeiterorganisation (ILO), der Übereinkunft der Diskriminierung (Arbeit und Beruf) von 1958 Nummer 111, Paragraph 5 und 6 der internationalen Übereinkunft der Eliminierung aller Formen von Rassendiskriminierung und Paragraph 7 des internationalen Bundes wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Rechte (alle unterzeichnet von Kamerunern), unter dem Verdacht der Ausländerfeindlichkeit, der Diskriminierung und zudem der Gesetzesmissachtung steht.

Dem Gerichtsurteil zufolge erhält der Kläger Loxy Massango Epie daher insgesamt 2.034.588.517 Francs CFA (=3.101.710,20 Euro) und zusätzlich, 8.897.600 Francs CFA (= 13.564,30 Euro) für unbezahlte Gehälter und Ausgleich für die Kündigung.

 
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