„Wildtiertourismus“ in „Freiheit für Tiere“

Mittwoch, den 20. August 2014 um 10:02 Uhr
FFT Wildtiertourismus
© Freiheit für Tiere

„Wildtiertourismus als Chance für Mensch und Tier“ in der neusten Ausgabe der Zeitschrift „Freiheit für Tiere“

Erneut widmet sich die Zeitschrift „Freiheit für Tiere“ einem Thema, das SAVE ganz besonders am Herzen liegt, nämlich der starken Bedrohung der Wildtiere.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel:
http://www.freiheit-fuer-tiere.de/downloads/freiheit-fuer-tiere-4-2014-26-31.pdf

Hier finden Sie die gesamte Ausgabe „Freiheit für Tiere“ 4/2014:
http://www.freiheit-fuer-tiere.de/zeitschriftausgaben/ausgabe-4-14/index.php

 Wärmelöwe
Wärmestofftier © SAVE

Aus diesem Anlass legen wir jeder Bestellung in unserem Online-Shop die aktuelle Ausgabe kostenlos bei! Die Aktion geht bis Ende September und solange der Vorrat reicht.

 

Gemeinsam für Bildung und eine lebenswerte Zukunft:

Montag, den 18. August 2014 um 14:21 Uhr
SPAC, Kongo
Das gesamte SPAC EduCare Team, Odzala Kokoua Republik Congo © SPAC

Die Organisation SPAC und die Stiftung SAVE Wildlife Conservation Fund engagieren sich ab sofort gemeinsam für das Projekt "Education and Conservation" im Odzala-Kokoua Nationalpark

SPAC
© SPAC

Bildung baut Brücken! Nach diesem Credo engagiert sich die gemeinnützige Organisation Sabine Plattner Africa Charities, SPAC, bereits seit Jahren im Odzala-Kokoua Nationalpark, in der Republik Kongo. Ziel der Arbeit ist die Bewohner Odzalas in ihrem autarken und nachhaltigen Handeln für eine lebenswerte Zukunft im Regenwald zu stärken.

Für die Bevölkerung in der Region Odzala-Kokoua ist Bildung der Schlüssel, um Veränderungen und Entwicklung herbei zu führen. Spielerisch, wertschätzend, professionell und eng an der Lebensrealität der Kinder und Erwachsenen ist das pädagogische Konzept, das SPAC in Projekten, wie dem ersten Gemeindezentrum Sanza Mobimba in Mbomo, im südlichen Sektor am Rande des Nationalparks umsetzt.

Eine der großen Herausforderungen im tropischen Regenwald des Odzala Nationalparks ist, den Tier- und Artenbestand des Gebietes zu schützen. Durch starke Bejagung und Wilderei ist der Tierbestand in den letzten Jahrzehnten überdurchschnittlich stark gesunken und zahlreiche Wildtierarten sind gefährdet. Experten bestätigen, dass es ohne die Mithilfe und das Verständnis der lokalen Bevölkerung für den Schutz des eigenen Lebensraums, sowie der Wertschätzung der Wildtiere, in den nächsten fünf Jahren beispielsweise keine Elefanten mehr in Odzala geben wird.

Um dieser Entwicklung positiv entgegen zu wirken, hat sich SPAC mit dem SAVE Wildlife Conservation Fund zusammengeschlossen. Die gemeinnützige Stiftung SAVE führt bereits seid einigen Jahren erfolgreich Kinderprojekte mit dem Schwerpunkt Umweltbildung in Botswana durch.

Kinder, SPAC, Kongo
Der zukünftige Natur Kindergärtner
sammelt mit den Jungen und Mädchen
Ameisen und Käfer © SPAC

SPAC und SAVE sind überzeugt, dass eine Wahrnehmungsveränderung der Bevölkerung nur durch Bildung und Kenntnis über den eigenen Lebensraum statt finden kann. Gemeinsam engagieren sie sich ab sofort in dem Projekt "Education and Conservation" im Odzala-Kokoua Nationalpark, in der Republik Kongo.

In den kommenden drei Jahren werden im Aktivitätsprogramm der SPAC lokale Mitarbeiter zu Wildnis-Pädagogen ausgebildet und in den Gemeindezentren im Odzala-Kokoua Nationalpark eingesetzt. Das bereits bestehende Kinderprojekt der SPAC wird mit Hilfe von SAVE um den Aspekt der Umweltbildung erweitert. Hierzu gehören nicht nur ein Natur- und Wildtier-Unterricht, sondern auch Exkursionen und Camping-Ausflüge in den Regenwald.

Die Fähigkeiten der lokalen Bevölkerung zu fördern und entwickeln, hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen, da viele internationale Organisationen erkannt haben, dass ihre Arbeit nur dann zukunftsweisend für die Menschen in Entwicklungsländern sein wird, wenn die Kraft aus deren eigenen Reihen kommt. Das Wissen um den wahren Wert der Natur, macht sie für viele erst Schützenswert.

Lesen Sie hier die Kurzbeschreibung des SPAC-EduCare Projektes.

 

Feldforschungen im Odzala-Kokoua-Nationalpark

Mittwoch, den 06. August 2014 um 09:22 Uhr
Hyäne mit Jungtier
Kamerafallenbild eines Tüpfelhyänenwelpen mit dem Muttertier © Torsten Bohm, SAVE & IZW

Feldforschungen im Odzala-Kokoua-Nationalpark

Teil 3

Das Studiengebiet des Tüpfelhyänenforschers Torsten Bohms liegt im savannenreichen Süden des Nationalparks. Die Vegetation des 13.546 km² großen Parks besteht größtenteils aus dichtem, geschlossenem Regenwald; nur ca. 6 – 8 % der Gesamtfläche des Nationalparks besteht aus Savannen, genauer gesagt aus einem sog. Wald-Savannen-Mosaik. Hier wechseln sich kleinere und größere Savannen mit Galeriewäldern entlang von Flüssen ab. Zudem erobert sich der Wald die Savannen zurück; in einigen Savannen finden sich bereits bis zu 1km2 große Waldinseln.

Hyäne im Dickicht
Kamerafallenfoto einer Tüpfelhyäne
© Torsten Bohm, SAVE & IZW

Für seine Tüpfelhyänen-Studie hat sich Torsten Bohm mit verschiedenen Fragestellungen beschäftigt. Wie auch bei seinen vorherigen Expeditionen im Nationalpark hat der Tüpfelhyänenexperte Kotproben gesammelt, um zum einen die Nahrungszusammensetzung zu erforschen und zum anderen die Fragestellungen zur Genetik beantworten zu können. Die Genetik der Odzala-Population kann mithilfe sehr frischer Kotproben untersucht werden. Besonders Fragen zum Einfluss der Isolation der Odzala-Population auf die genetische Zusammensetzung sollen dadurch beantwortet werden. Außerdem führte er Befragungen mit Dorfbewohnern durch, um zu erfahren, ob eventuell ein Mensch-Raubtier-Konflikt besteht, wie hoch das Ausmaß bei einem existierenden Konflikt ist und welche Maßnahmen zur Lösung eines Konfliktes beitragen können.

Die Anzahl, der im Odzala-Kokoua Nationalpark lebenden Tüpfelhyänen untersuchte der Doktorand des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung und SAVE-Forscher mit Kamerafallen. Des Weiteren kamen auch wieder Audiorekorder zum Einsatz. Diese sollten besonders Aufschluss geben zur individuellen Zusammensetzung einzelner Hyänengruppen.

Kamerafallenstudie

Für seine Populationsschätzungen stellte der Tüpfelhyänenforscher 39 Kamerafallenstationen im Studiengebiet auf. Das untersuchte Gebiet umfasste die nördlichen und südlichen Savannen des Parks. Diese beiden Savannengebiete werden durch den Fluss Lékoli getrennt. Die Überprüfung der Kamerafallen erfolgte durch regelmäßige Kontrollen, wobei bisweilen bis zu 42 km pro Tag zurückgelegt werden mussten. Insgesamt marschierte Torsten Bohm mit seinen kongolesischen Assistenten 2.000 km durch die Savannen und Wälder des Parks. Nach neun Monaten wurden insgesamt 36 verschiedene Tierarten fotografiert, darunter auch im Kongo seltene Arten wie z.B. die Afrikanische Goldkatze, das Nilpferd, das Riesenwaldschwein und das Bongo.

Nilpferd
Nilpferd © Torsten Bohm, SAVE & IZW

Die am meisten fotografierten Tierarten waren Waldelefanten, gefolgt von Tüpfelhyänen. Der Fangerfolg (bzw. Fotoerfolg) bei Tüpfelhyänen war besonders beeindruckend, doch ergab eine nähere Auswertung ein etwas differenzierteres Bild. Insgesamt konnte Torsten Bohm knapp 60 ausgewachsene und fast ausgewachsene Tiere identifizieren, dazu noch 9 Welpen. Ein Großteil der Tiere, fast 3/4, wurden bereits nach kurzer Studiendauer fotografiert (22 Tage). Fast alle, bis auf zwei Tiere, wurden bereits nach ca. 80-tägiger Studiendauer fotografiert. Was heißt das? Im Allgemeinen sagt das etwas über die Effektivität der Kamerafallenstudie aus. Zum einen wurden die Stationen für die Kamerafallen sehr gut ausgewählt, so dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch war, möglichst alle im Studiengebiet vorkommenden Tüpfelhyänen zu fotografieren. Zum anderen könnte damit die wahrscheinliche Populationsgröße aus. Demnach hätten bereits ca. 2 ½ Monate ausgereicht, um fast alle im Studiengebiet vorkommenden Tüpfelhyänen zu fotografieren. Nichtsdestotrotz ist eine möglichst lange Studiendauer von Nöten, weil dadurch sowohl Veränderungen in der Population als auch mögliche Gefahren (Wilderei) dokumentiert werden können, welche dann mit in die Analysen eingehen. Eine lange Studiendauer ermöglicht daher ein umfassenderes Bild. Die Kamerafallenstudie ermöglichte auch erste Aussagen über die Verteilung von Hyänengruppen (Clans) im Studiengebiet. Demnach halten sich im Studiengebiet mindestens 5 Clans auf. Der größte Clan mit 29 Tieren (23 erwachsene Tiere und 6 Welpen) bewohnt demnach das Zentrum des Savannengebietes. Zwei kleinere Clans mit 6 bzw. 5 Tieren bewohnen den Südosten bzw. Osten des Studiengebietes. Erfreulich ist auch, dass zum ersten Mal Tiere aus den nördlichen Savannen fotografiert werden konnten. Bei seiner letzten Kamerafallenstudie in Odzala in den Jahren 2011 und 2012 konnte Torsten Bohm nur die südlichen Savannen untersuchen. Die neuste Kamerafallenstudie zeigt, dass mindestens 17 Tiere, darunter drei Welpen die nördlichen Savannen bewohnen.

Tüpfelhyänen Jungtier
Junge Tüpfelhyäne inspiziert Kamerafalle
© Torsten Bohm, SAVE & IZW

Die genaue Auswertung aller Daten erfordert noch einige Zeit, doch lassen sich bereits jetzt einige Aussagen treffen. Zum einen sitzt der Schock tief, dass mehr als 20 Tiere, welche in 2011 und 2012 fotografiert wurden, sich diesmal nicht unter den fotografierten Tieren befanden. Was wurde aus diesen Tieren? Waren sie bereits zu alt oder sind sie abgewandert oder wurden sie sogar Opfer von Wilderei? Die Vermutung, dass Wilderei für das Verschwinden dieser Tiere verantwortlich ist, lässt sich nicht von der Hand weisen. Unter den jetzt fotografierten Tieren befanden sich auch Tiere, welche zum Teil bösartige Verletzungen durch Drahtschlingen aufwiesen. Dass zahlreiche Tüpfelhyänen in Odzala einen grausamen Tod durch Drahtschlingen erleiden, ist daher nicht ganz ausgeschlossen. Tüpfelhyänen legen auf ihren Streifzügen nach Beute große Distanzen zurück und kommen damit gefährlich nahe in die Nähe von Gebieten wo auch Menschen Wilderei betreiben.

Tüpfelhyäne
Tüpfelhyäne
© Torsten Bohm, SAVE & IZW

Ersten Populationsschätzungen von Torsten Bohm zufolge, gehört die Tüpfelhyänen-Populationsdichte in Odzala mit zu den geringsten Populationsdichten in ganz Afrika. Da die Populationsdichte schon jetzt gering ist, ist die Gefahr einer baldigen Ausrottung der letzten Tüpfelhyänenpopulation in Odzala und damit im Kongobecken besonders groß. Zudem ist ihr Lebensraum in den Savannen Odzalas nicht sehr weit von menschlichen Siedlungen entfernt und Mensch-Tüpfelhyänen-Konflikte können daher zunehmen. Die geringe Entfernung zu menschlichen Siedlungen hat in der Vergangenheit schon einmal zu Problemen geführt. In 2011 und 2012 kam es im Dorf Mbomo, welches im Südwesten an den Park angrenzt, vermehrt zu Übergriffen von Hyänen auf Ziegen und Schafe. Nach Bekanntwerden der Angriffe war es für SAVE selbstverständlich sich zu engagieren und dabei zu helfen erste Schutzmaßnahmen einzuleiten. Dies geschah auch kurze Zeit später: In 2012 konnte die Nationalparkverwaltung mit einer Spende von SAVE zehn Gehege in Mbomo errichten, die es den Dorfbewohnern ermöglichen, ihre Ziegen und Schafe bei Nacht sicher unterzubringen. Ersten Ergebnissen zufolge wurde diese Schutzmaßnahme von den Dorfbewohnern sehr positiv aufgenommen und tatsächlich kam es auch schon seit über einen Jahr nicht mehr zu Angriffen auf Ziege und Schafe durch Hyänen.

Tüpfelhyäne bei Nacht
Infrarotaufnahme einer Tüpfelhyäne
© Torsten Bohm, SAVE & IZW

Zudem schützen die Dorfbewohner durch die Gehege ihre Tiere auch vor Diebstahl vor anderen Dorfbewohnern, eine weit verbreitete Unart unter den Dorfbewohnern in Mbomo. Leider wurden im Zuge dieser Diebstähle auch Tüpfelhyänen fälschlicherweise für den Verlust der Haustiere verantwortlich gemacht. Nichtsdestotrotz kam es aber bei manchen Dorfbewohnern zu echten dramatischen Verlusten; verbürgten Berichten zufolge verloren einige Dorfbewohner zehn und mehr Ziegen an Tüpfelhyänen. Dass SAVE sich nun für den Schutz der Ziegen und Schafe im Dorf vor Hyänenangriffen engagiert, ist sehr wichtig, um aufkommende Feindseligkeiten gegenüber Tüpfelhyänen seitens der Dorfbewohner von Anfang an entgegenzutreten. Hier zeigt sich wie eng Artenschutz mit der Zusammenarbeit mit lokalen Dorfgemeinschaften verbunden ist. Nur durch eine rege Kommunikation mit lokalen Dorfgemeinschaften und der Berücksichtigung ihrer Wünsche und Nöte können effektive Artenschutzmaßnahmen formuliert werden.

Ziegengehege
Eines von zehn Ziegengehegen,
die mithilfe einer Spende von SAVE
in Mbomo errichtet werden
konnten © APN

Neben Daten zur Populationsgröße und Verbreitung von Tüpfelhyänen im Odzala-Kokoua Nationalpark konnten mithilfe der Kamerafallen auch wichtige Daten über anderen Tierarten gesammelt werden. Unter anderem gelangen einzigartige Aufnahmen von seltenen Nilpferden und Afrikanischen Goldkatzen. Des Weiteren konnten Aussagen zur Verbreitung von größeren Säugetieren wie Elefanten und Rotbüffeln sowie von Menschenaffen gemacht werden. Darüber hinaus können mit den Daten auch Populationsschätzungen für weitere Raubtiere, wie z.B. Serval und Leopard, durchgeführt werden. Durch seine Feldarbeit im Park konnte Torsten Bohm auch Informationen zur im Park vorkommenden Wilderei sammeln. Diese und viele weitere Daten werden der Nationalparkverwaltung zur Verfügung gestellt. Denn das Tüpfelhyänenprojekt von SAVE arbeitet eng mit dieser zusammen, im Kampf um die letzten Tüpfelhyänen im Kongobecken und für den Erhalt der einzigartigen Artenvielfalt im Odzala-Kokoua Nationalpark.

Schimpansengruppe
Kamerafallenfoto einer Schimpansengruppe
© Torsten Bohm, SAVE & IZW

Auch in Zukunft möchte sich SAVE weiterhin für den Schutz der Tüpfelhyänen im Odzala-Kokoua Nationalpark engagieren, denn noch viele Fragen über die Lebensweise der Tüpfelhyänen in Odzala sind noch unbeantwortet. Eine wichtige Maßnahme wäre die Besenderung von Tüpfelhyänen mit Satelliten-Halsbändern, um mehr über ihre räumliche Ausbreitung zu erfahren, ob sich Hyänen außerhalb der Parkgrenzen bewegen und wie weit sie sich dabei von diesen entfernen. Ein wichtiges Ziel von SAVE ist auch die Ausbildung lokaler Naturschutzfachkräfte (sog. Capacity Development). Mit Ihrer Spende können Sie dabei helfen, kongolesische Fachkräfte auszubilden, welche sich in Zukunft um den Natur- und Artenschutz in der Republik Kongo und in Afrika im Allgemeinen einsetzen können.

Lesen Sie hier den vollständigen Bericht (Teil 1-3) von Torsten Bohm.

© SAVE
Tüpfi © SAVE

Mit dem Kauf der SAVE-Kuschel-Hyäne "Tüpfi" können sie unser Tüpfelhyänen-Projekt direkt unterstützen. >Hier gelangen Sie zum Shop.

 

Spielerisch zum Naturschutz

Dienstag, den 05. August 2014 um 09:53 Uhr
Neues von den SAVE-Kids aus Shakawe
© SAVE

Neues von den SAVE Projekten in Shakawe (Botswana)

Spielerisch zum Naturschutz

Die Projekte und Aktivitäten in Botswana erweisen sich als sehr nachhaltig und wurden im letzten Quartal erfolgreich weiter geführt. Dank der finanziellen Unterstützung von SAVE konnten jüngst zusätzliche Spielzeuge und Unterrichtsmaterialien sowie neue Tische und Stühle für die Samochima Vorschule angeschafft werden. Mittlerweile besteht die Spielgruppe für Vorschulkinder im ländlichen Samochima aus über 40 Kindern. Auch die Gruppe in der Shakawe-Bücherei hat sich fest etabliert und zählt ebenfalls über 40 Kinder im Alter zwischen 4 und 7 Jahren. Beide Gruppen sind heute kaum mehr weg zu denken, denn für viele Kinder sind diese wöchentliche Treffen zum Spielen und Basteln ein fester Punkt in ihren Wochenabläufen geworden. Zwischen Februar und Mai wurden wieder zahlreiche Aktivitäten mit den Kindern in beiden Einrichtungen sowie in einigen Schulen in der Gegend unternommen. Obwohl es vordergründig darum ging, sie für Umweltthemen zu sensibilisieren, lernten die Kinder spielerisch lesen, malten Bilder oder fertigten thematische Basteleien an.

Jeden Monat ein neues Thema

 Kinder beim Basteln und Malen
© SAVE

Damit die Umwelterziehung nicht langweilig wird und die Kinder weiterhin mit Neugier und Freude die Angebote annehmen, werden die Schwerpunkte jeden Monat anders gesetzt. Im Februar ging es beispielsweise darum, die Kinder und Jugendlichen mit dem menschlichen Körper in seinen unterschiedlichen Facetten vertraut zu machen. Dabei wurden Sinneswahrnehmungen gleichermaßen behandelt wie Hygiene und Pflege oder die Bedeutung von Nahrung für den Körper. Die Kinder diskutierten darüber, warum es wichtig ist sich zu waschen, und was die Folgen sind, wenn man den Körper nicht sauber halt, sich falsch ernährt oder ihm schädliche Stoffe zufügt. So konnte auch das Thema Drogen bei den älteren Kindern eingeführt werden. Mens sana in corpora sano wussten schon die alten Römer. So wurden mit den Jugendlichen die Folgen von Alkohol, Drogen und anderen Suchtmitteln diskutiert.

Im darauf folgenden Monat beschäftigten sich die Kinder und Jugendlichen mit Wasserkreisläufen und der Bedeutung dieses wichtigen Elements für ihre Heimat. In selbst gebauten Terrarien konnten die Kinder den Weg des Wassers beobachten und anschließend spielerisch das Haushalten mit Wasser erproben. In kleinen Wettbewerben versuchten sie sich gegenseitig im ökonomischen Umgang mit dem wertvollen Nass zu übertrumpfen. Bei einem Ausflug zu einem Fluss konnten verschiede Aspekte miteinander verbunden werden. Für manche Kinder war es die erste Nahbegegnung mit einem solchen Gewässer. Gleichzeitig bot der Ausflug die Möglichkeit, andere Wohnformen zu besichtigen, wie etwa ein Hausboot.

 Ein Mädchen präsentiert gemaltes ihr Bild
© SAVE

Darauf aufbauend ging es im April um den Themenschwerpunkt Familie, ihre Bedeutung für den Einzelnen sowie ihre Funktion in der Gesellschaft. Bei diesem Thema bot es sich an, sich auch mit Tierfamilien zu befassen. In Gruppenausflügen ging es hinaus in die Natur, wo die Kinder versuchten, unterschiedliche Tiere und Pflanzen zu identifizieren. Bei solchen Ausflügen lernten die Kinder auch den Umgang mit verschiedenen Geräten wie Kompass und Fernglas. Auch das gemeinsame Backen und Kochen “wie in einer Familie” stieß immer wieder auf freudiges Mitmachen.

Freiwilliges Lernen

Die Kinder der Shakawe Secondary School lernen Dinge über Flora und Fauna
© SAVE

Die Angebote für die älteren Kinder gestalteten sich überwiegend als außerschulische Aktivitäten am Nachmittag oder in den Schulferien. Trotz der Freiwilligkeit der Teilnahme wurden die Angebote ebenfalls regelmäßig von bis zu 40 Kindern angenommen. So beteiligten sich 35 Schülerinnen und Schüler der Katiana Primary School an dem Projekt zur Wildtier-Identifikation, während 30 Schülerinnen und Schüler der Shakawe Junior Secondary School an einer Biodiversitäts-Umfrage teilnahmen. Die wachsende Zahl der Anmeldungen und die Beliebtheit der Angebote kann als Erfolg für SAVE gebucht werden.

Stets ist es das Anliegen von SAVE, ein modellhaftes, ganzheitliches Konzept anzubieten, dass zur Nachahmung durch andere Institutionen dienen kann, die ebenfalls mit Kindern arbeiten. Denn früh übt sich ein nachhaltiger Umgang mit Umwelt und Ressourcen. Wenn solche Projekte den Kindern Spaß machen, und die Eltern dabei so weit wie möglich in die Prozesse einbezogen werden und sie befürworten, stehen die Chancen nicht schlecht, dass die nächste Generation die wichtige Bedeutung von Umwelt-, Tier- und Ressourcenschutz versteht und vorantreibt. Und je mehr an einem Strang ziehen, desto besser. Deshalb ist auch positiv, dass im letzten Quartal wichtige Beziehungen zwischen SAVE und dem Bokamoso Childcare Trust, der NGO Concern International und dem Lady Khama Charitable Trust entstanden sind.

(Was bisher bei den SAVE- Projekten in Shakawe und Samochima so alles geschah, können Sie hier „http://www.save-wildlife.com/de/aktuelles/519-up-date-vom-kinderprojekt-von-save-the-future“ lesen.)

 

Die letzten Tüpfelhyänen im Kongobecken

Montag, den 28. Juli 2014 um 09:24 Uhr
Schimpansengruppe
Kamerafallenfoto einer Schimpansengruppe © Torsten Bohm,
SAVE und IZW

Schutz von Großraubtieren in Zeiten von Wilderei und Artensterben

Teil 2

Das Kongobecken ist mit einer Fläche von knapp 3 Millionen km² neben dem Amazonasbecken das zweitgrößte, zusammenhängende Regenwaldgebiet. Die Regenwälder des Kongobeckens bieten zahlreichen Tierarten, unter anderem Gorillas, Schimpansen, Bonobos, Waldelefanten, Okapis und Rotbüffeln eine Heimat. Schimpansen und Bonobos, auch Zwergschimpanse genannt, sowie zwei Gorilla-Arten zählen zu den sogenannten „flagship species“. Diese charismatischen Arten stehen symbolisch für den Artenschutz und gelten daher bei Spendern als besonders schützenswert. Doch die Artenvielfalt im Kongobecken ist bedroht: Zahlreiche Tierarten erlitten in den letzten Jahrzehnten dramatische Einbrüche ihrer Population.

Elefantengruppe mit Jungtier
Kamerafallenfoto von Elefantengruppe
mit Jungtier © Torsten Bohm, SAVE & IZW
Die Gesamtpopulation der Waldelefanten, neben dem Afrikanischen Elefanten, die zweite in Afrika vorkommende Elefantenart, hat sich zwischen 2002 und 2013 um 65 % verringert. Heute sind nur noch weniger als 100.000 Waldelefanten in Zentralafrika zu finden, wobei der Großteil davon allein im kleinen Land Gabun vorkommt. Dieses Abschlachten wurde vor allem durch die zunehmende Holzwirtschaft gefördert.

Die zum Abtransport von Edelhölzern in den Wald geschlagenen Schneisen erleichtern den Wilderern den Zugang zu den Rückzugsgebieten der Elefanten und den Abtransport von Elfenbein.

Weitere Gründe sind auch die vielerorts vorherrschende politische Instabilität und Korruption, die es Wildschützern schwer machen, Gesetze zum Schutz von Tieren und Natur effektiv durchzusetzen.

Waldelefanten erfüllen eine wichtige Rolle in den Ökosystemen Wald und Savanne und werden daher als „keystone species“ bezeichnet. Deren Verschwinden kann zum Teil dramatische Veränderungen in den genannten Ökosystemen nach sich ziehen.

Im Kongobecken werden noch immer rund 80 % des Proteinbedarfs der Einheimischen durch Buschfleisch gedeckt. Die Jagd nach Buschfleisch erfolgt meist unselektiv und mit illegalen Methoden, wie Drahtschlingen. Auch hier erleichtern von Holzfällern geschlagene Waldschneisen den Wilderern den Zugang zu Buschfleisch. Bei manchen kleineren und größeren Huftieren, welche vor allem als Buschfleisch dienen, hat die illegale Wilderei vielerorts schon zu dramatischen Einbrüchen in den Populationen geführt bzw. einige Huftierarten sind lokal bereits ausgerottet.

Gorilla
Kamerafallenfoto eines Gorillas
© Torsten Bohm, SAVE & IZW

In den letzten Jahrzehnten kam noch ein dritter Faktor hinzu. Gemeint sind die vor allem in den letzten zwei Jahrzehnten ausgebrochenen Ebola-Epidemien, die tausende Tiere dahingerafft haben. Ebola befällt sowohl Mensch als auch Tier, wobei die Todesrate bei Menschenaffen mit über 90 % besonders hoch ist. Allein im Odzala-Kokoua Nationalpark fanden nach den letzten großen Ebola-Epidemien zwischen 2001 und 2005 allein 5.000 Westliche Flachlandgorillas den Tod. Im Minkébé-Nationalpark in Gabun kam es zwischen 1994 und 1996 zu einem Einbruch bei der Gorilla- und Schimpansenpopulation um 90 %. Auch hier spielen Waldschneisen eine zentrale Rolle bei der Übertragung der Krankheit, welche besonders für den Menschen gefährlich sein kann, denn Waldschneisen ermöglichen schnellere Zugänge zu entlegenen Gebieten und das Übertragungsrisiko von Tier auf Mensch wird dadurch erhöht.

Ein weiteres Problem sind die mehr und mehr in Afrika in Mode kommenden Palmölplantagen. Oftmals werden Palmölplantagen an den Rand von geschützten Gebieten angepflanzt und Konflikte mit Wildtieren sind dann an der Tagesordnung. Besonders Elefanten lieben die Palmölnüsse. Umgekehrt erhöht sich auch die Wilderei in den angrenzenden Schutzgebieten, da Plantagenarbeiter, welche dann zu tausenden die Palmölpantagen bewohnen, nicht auf ihr Buschfleisch verzichten möchten.

Besonders stark bedroht sind die in Savannen lebende Großraubtiere, wie z.B. der Löwe, der Afrikanischer Wildhund und die Tüpfelhyäne. Alle drei Arten waren einst weit verbreitet in den Savannen des Batéké Plateaux-Ökosystems, welches sich über 2/3 der Republik Kongo und bis in den Südosten Gabuns hin erstreckt. Durch Dezimierung bzw. lokale Ausrottung der Nahrungsgrundlage, direkte und indirekte Verfolgung sowie durch mangelnde Schutzbemühungen verschwanden diese Großraubtiere aber schon vor Jahrzehnten aus den diesen Savannen. Nur die Tüpfelhyänen konnten sich noch retten. Die letzte Tüpfelhyänenpopulation des Kongobeckens bewohnt heute das kleine Savannengebiet im Odzala-Kokoua Nationalpark. Aber die Zukunft für die Tüpfelhyänen im Odzala-Kokoua Nationalpark ist ungewiss, denn Großraubtiere sind besonders gefährdet, da sie zum einen häufig in geringen Populationsdichten vorkommen und zum anderen große Raum- und besondere Nahrungsansprüche haben, die sie oft mit Menschen in Konflikt bringen. Bis jetzt haben die Tüpfelhyänen im Odzala-Kokoua-Nationalpark einen Zufluchtsort gefunden. Aber wie lange noch? Wichtige Daten müssen über diese Population gesammelt werden, um konkrete Schutzmaßnahmen formulieren zu können. Gemeinsam will SAVE mit Torsten Bohm alles dafür tun, um diese einzigartigen Raubtiere im Kongobecken zu erhalten.

Teil 1: Auf der Suche nach den Tüpfelhyänen - Weitere Forschungsergebnisse von Torsten Bohm

© SAVE
Tüpfi © SAVE

Mit dem Kauf der SAVE-Kuschel-Hyäne "Tüpfi" können sie unser Tüpfelhyänen-Projekt direkt unterstützen. Hier gelangen Sie zum Shop.

 

Auf der Suche nach den Tüpfelhyänen

Dienstag, den 22. Juli 2014 um 12:45 Uhr
Kamerafallenfoto einer Hyäne
Kamerafallenfoto einer Hyäne © Torsten Bohm, SAVE & IZW

Weitere Forschungsergebnisse über das Tüpfelhyänen-Projekt von Torsten Bohm

Teil 1

Wie steht es um die kleine Tüpfelhyänenpopulation des Odzala-Kokoua-Nationalparks im Kongobecken? Gibt es vielleicht schon neuen Zuwachs seit dem letzten Mal, als sich Torsten Bohm durch das Regenwalddickicht auf Spurensuche nach den Tüpfelhyänen begeben hat?

Im Gepäck hatte er – wie bei seiner vorherigen Forschungsreise - Kamerafallen mit denen er weitere aufschlussreiche Daten für seine Kamerafallenstudie gesammelt hat. Bei seiner letzten Studie, die von November 2011 bis Januar 2012 durchgeführt wurde, identifizierte er 50 verschiedene Tüpfelhyänen und erste Schätzungen ergaben eine Populationsgröße von mindestens 75 Tieren. Damals hatte Torsten Bohm mit seinen Kamerafallen nur das südliche Savannengebiet im Nationalpark untersucht. Bei seiner aktuellen Forschungsreise sollte nun auch das nördliche Savannengebiet miteinbezogen werden. Die Hoffnung war groß, dass mit den neu identifizierten Tieren aus dem Norden die Gesamtpopulationsgröße deutlich höher ausfällt.

Kamerafalle
Eine in der Savanne installierte Kamerafalle,
in einer sicheren Stahlbox zum besseren
Schutz vor Angriffen von Elefanten
© Torsten Bohm

Die neue Feldstudie dauerte insgesamt neun Monate - von Mitte Juli 2013 bis Mitte März diesen Jahres - also genug Zeit, um möglichst alle im Gebiet vorkommenden Tüpfelhyänen mit Kamerafallen zu erfassen und somit eine möglichst genaue Schätzung der Gesamtpopulation zu erhalten.

Neben der Erfassung der Populationsgröße sollten auch wieder weitere Aspekte, wie die Genetik und das Nahrungsspektrum der Population untersucht werden. Ein weiterer wichtiger Bestandteil war auch die Aufnahme von Tüpfelhyänen-Vokalisationen, die zur Bestimmung der Clangröße benutzt wurden. Als Clan wird hierbei der Gruppenverband bei den Tüpfelhyänen bezeichnet.

Die höchste Chance gute Aufnahmen zu erhalten, besteht bei dem Zentralbau eines Clans. Und hier gab es äußerst Positives zu berichten: Torsten Bohm fand im Oktober einen besetzten Tüpfelhyänenzentralbau. Hier installierte er einen Audiorekorder und am Ende hatte er über 900 Stunden Aufnahmematerial. Eine junge Studentin von der Freien Universität Berlin wird sich jetzt um die Auswertung dieser Aufnahmen kümmern und Torsten Bohm bei der Datenauswertung etwas entlasten können.

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